Ankommen in Sucre

Montag, 15.08.2016

 

 

Hallo zusammen,

 

seit einer Woche bin ich jetzt in Bolivien und da schon einiges passiert ist versuche ich einfach Mal so knapp wie möglich die Ereignisse der letzten Tage zusammenzufassen . Nach 28 Stunden Flug und einer kurzen Nacht in Santa Cruz begann unser erstes Abenteuer: Die 18 stündige Busfahrt von Santa Cruz nach Sucre. Lange Busfahrten gehören zum Alltag in Bolivien, da die ländlichen Straßen für viele Autos nicht gut genug ausgebaut sind und es keine Eisenbahn gibt. Dass Bolivien zur Weltspitze gehört, was die Unfallrate der Busse angeht und unser Bus von außen ziemlich klapprig aussah, stärkte nicht gerade unser Vertrauen in die kommende Fahrt. Die Sitze waren jedoch überraschend bequem und wir wurden mit einem grandiosen Panorama belohnt, sodass ich zum ersten Mal seit dem Abflug entspannen konnte. Da wir während der Busfahrt über 2300 Meter bezwingen mussten ( Sucre liegt auf etwa 2800 Metern), ging es die meiste Zeit bergauf. Den ersten Schock bekam ich, als ich nach wenigen Stunden Schlaf aufwachte und feststellen musste, dass es stockdüster war, die Straße nur wenige Meter breit und rechts neben uns ein gähnender Abgrund! Beruhigend waren auch nicht die Kreuze, die an jeder Kurve standen . Trotz allem kamen wir glücklich, aber übermüdet in der Frühe in Sucre an und wurden von einem strahlend blauen Himmel ( ich habe bis jetzt noch keine einzige Wolke gesehen), eisiger Kälte ( morgens sind es nicht mehr als fünf Grad) und unserem Mentor empfangen.

An dieser Stelle muss ich kurz das Visa-Prozedere erwähnen: Dieses dauert mehrere Wochen an, besteht aus verschiedenen Behördengängen, sowie medizinischen Untersuchungen und erinnert an Franz Kafka ( liebe Grüße an Herrn Tschierske); man weiß nie, wann man zu den Behörden gerufen wird, manchmal bekommt unser Mentor mehrere Tage keine Rückmeldung und dann sollen wir innerhalb von einer halben Stunde vor Ort sein. Daher können wir uns hierbei schon Mal in der bolivianischen Gelassenheit und Flexibilität üben, die wir mit Sicherheit auch bei der Arbeit brauchen werden.

Das Highlight der letzten Tage war der Markt im Zentrum der Stadt; hier bekommt man eigentlich alles, von Klamotten über Waschmittel bis zu Ziegenköpfen und vor allem alles um einiges günstiger als im Supermarkt. Noch nie in meinem Leben hab ich so viele Obstsorten an einem Fleck gesehen! Also konnte ich nicht umhin mir einen jugo ( eine Art Smoothie) und mehrere Früchte zu gönnen. Außerdem konnte ich auf dem Markt bei den freundlichen Verkäuferinnen endlich meine ersten Brocken Spanisch anwenden und bekam neben dem Essen manchmal noch nützliche Hinweise und Tips.

Als gringo, der den ordentlichen deutschen Verkehr gewohnt ist, bin ich immer noch etwas überfordert mit dem Verkehr; nach welchen Regeln Vorfahrt gewährt wird und und warum auf den Straßen überhaupt Zebrastreifen aufgemalt sind wird sich mir wahrscheinlich nie erschließen. Gelernt habe ich jedenfalls, dass wenn man am Zebrastreifen wartet bis ein Auto hält, die andere Straßenseite wahrscheinlich für immer unerreichbar bleibt;D Daher hilft nur eine ordentliche Portion Entschlossenheit und Mut. In einem Jahr werde ich mich auf den deutschen Straßen langweilen ;)!

Das wars soweit zu den ersten Eindrücken in Bolivien, machts gut und bis demnächst!